In das Logbuch (abgeleitet von Log, auch Logge; engl. log = [ursprünglich] Holzklotz) wird täglich alles auf die Seefahrt Bezughabende eingetragen und zwar: der gesteuerte Kurs, die Geschwindigkeit, Abtrift, Manöver, Segelführung, Witterung, ferner alle Peilungen. Mittags 12 Uhr wird das Besteck eingetragen.
Beim Einlaufen und Liegen im Hafen werden Einzelheiten zur Tätigkeit eines Lotsen, die Ankerverhältnisse im Hafen oder auf Reede, Wassertiefe, Ebbe- und Flutstrom notiert. Aufnahme ins Logbuch finden auch alle Aktivitäten, welche sich aus dem Seezeremoniell ergeben.
2012-05-18
Mäander
Die Angst vor den Fremden. Vor dem Fremden. Vor der Dunkelheit. Vor dem Licht. Vor dem eigenen Körper. Vor den Massenvernichtungswaffen. Und vor Gerhard Schröder. Vor der Abhängigkeit. Vor dem Alleinsein. Vor der Liebe. Vor allem, was irgendwie tief ist. Vor dem Meer, zum Beispiel. Davor, dass man nach Hause kommt, und jemand alles kaputt gemacht hat. Die Angst davor, dass man etwas versehentlich laufen ließ. Dass Dinge sich selbstständig machen in der eigenen Abwesenheit. Die Angst vor den Sternen. Die Angst vor der Angst. Die Angst davor, zu versagen. Und davor, selbst zu vernichten. Davor, dass irgendwer um die Ecke biegt und einen totprügelt, ganz ohne Grund. Vor dem Ende. Dass ein Feuer ausbricht, wo man gerade steht.
Ich habe einen Finger in die Nacht gehalten. Die Nacht fühlte sich nicht nass an. Auch nicht kalt. Oder dunkel. Die Nacht fühlte sich an wie überhaupt nichts. Sie hatte Körpertemperatur. Sie hatte keine Farbe. Die Nacht war ziemlich neutral. Ich hätte sie gar nicht bemerkt, wäre nicht alles darin versunken.
Zu den Sternen, zum Mond. Zum Mittelpunkt der Welt: Gib mir den Morgen zurück, der einfach beginnt. Es ist nicht sehr schwierig. Es tut gar nicht weh. Die Nacht liebt dich, wie ihr eigenes Kind.
Wenn man trocken ist und sich selbst schon als Rauch sieht. Die Angst davor, dass ein Feuer ausbricht, wo man gerade steht.
Die Angst vor der Wiederholung.
Jpg
Ich habe einen Finger in die Nacht gehalten. Die Nacht fühlte sich nicht nass an. Auch nicht kalt. Oder dunkel. Die Nacht fühlte sich an wie überhaupt nichts. Sie hatte Körpertemperatur. Sie hatte keine Farbe. Die Nacht war ziemlich neutral. Ich hätte sie gar nicht bemerkt, wäre nicht alles darin versunken.
Zu den Sternen, zum Mond. Zum Mittelpunkt der Welt: Gib mir den Morgen zurück, der einfach beginnt. Es ist nicht sehr schwierig. Es tut gar nicht weh. Die Nacht liebt dich, wie ihr eigenes Kind.
Wenn man trocken ist und sich selbst schon als Rauch sieht. Die Angst davor, dass ein Feuer ausbricht, wo man gerade steht.
Die Angst vor der Wiederholung.
Jpg
2012-05-11
Mäander
Wir haben die Städte verbrannt. Wir haben die Kinder gewissenhaft geschändet. An den Frauen ließen wir kein gutes Haar. Wir haben alle Kreuze vernichtet. Als wir wiederkehrten an den Anfang, hatten wir die Welt gründlich getötet. Da setzten wir uns, rauchten und rissen Witze. Wir hatten die Menschheit ein Mal heiß überflogen.
„Und weißt du, er war schon im Krieg gewesen! Er hatte sogar eine Narbe. Hier. Unter dem Auge. War wohl sehr knapp…“
Als ich ihr mein Gewehr in den Arsch schob, verfärbte sich ihr Gestöhne. Ganz langsam. Sie wollte es nicht so recht glauben. Wie sich der Oberkörper dehnte, wie flexibel die Haut letztendlich ist. Äußerlich ging sie gar nicht kaputt. Das muss man gesehen haben. Dieser schöne dumpfe Knall. Bomph. Gurgel. Und dann das Schmatzen, mit dem sich der Kadaver von meinem Lauf löste. Das muss man gehört haben. Das ist äußerst privat.
„Und weißt du, er liebte mich so… mit diesem Blick… als wäre ich nicht und gleichzeitig zwei Mal da…“
Wir haben die Städte verbrannt. Wir haben die Kinder verbrannt. Die Frauen. Alles. Wir haben die Welt angezündet. Jetzt wollen wir Bingo spielen und uns erinnern: Sommer in Europa.
Jpg
„Und weißt du, er war schon im Krieg gewesen! Er hatte sogar eine Narbe. Hier. Unter dem Auge. War wohl sehr knapp…“
Als ich ihr mein Gewehr in den Arsch schob, verfärbte sich ihr Gestöhne. Ganz langsam. Sie wollte es nicht so recht glauben. Wie sich der Oberkörper dehnte, wie flexibel die Haut letztendlich ist. Äußerlich ging sie gar nicht kaputt. Das muss man gesehen haben. Dieser schöne dumpfe Knall. Bomph. Gurgel. Und dann das Schmatzen, mit dem sich der Kadaver von meinem Lauf löste. Das muss man gehört haben. Das ist äußerst privat.
„Und weißt du, er liebte mich so… mit diesem Blick… als wäre ich nicht und gleichzeitig zwei Mal da…“
Wir haben die Städte verbrannt. Wir haben die Kinder verbrannt. Die Frauen. Alles. Wir haben die Welt angezündet. Jetzt wollen wir Bingo spielen und uns erinnern: Sommer in Europa.
Jpg
2012-05-09
Mäander
Und dann, als niemand mehr daran glaubte, verdoppelte jemand die Welt und die Menschen.
Lass uns einen Tanz tanzen, der nur aus Ausfallschritten besteht. Lass uns uns ganz übel auf die Fresse legen. Ich will lachen, weil du blutest im Gesicht. Ich will, dass du lachst, weil ich weine. Ich will dich dann sehr gerne küssen. Überschwänglich. Völlig außer Rand und Band. An ein paar Irre erinnernd. Ich will dich wie das Universum: wie einen eiskalten, leeren, glücklichen Zufall. Ich will bei dir bleiben wie in einem Grab. Ich will die Schmerzen mit dir genießen.
Es gibt dich nicht. Es gibt mich nicht. Wir beide, wir sind nur erfunden. Amen. Gerne. Ich liebe dich.
Jpg
Lass uns einen Tanz tanzen, der nur aus Ausfallschritten besteht. Lass uns uns ganz übel auf die Fresse legen. Ich will lachen, weil du blutest im Gesicht. Ich will, dass du lachst, weil ich weine. Ich will dich dann sehr gerne küssen. Überschwänglich. Völlig außer Rand und Band. An ein paar Irre erinnernd. Ich will dich wie das Universum: wie einen eiskalten, leeren, glücklichen Zufall. Ich will bei dir bleiben wie in einem Grab. Ich will die Schmerzen mit dir genießen.
Es gibt dich nicht. Es gibt mich nicht. Wir beide, wir sind nur erfunden. Amen. Gerne. Ich liebe dich.
Jpg
2012-05-08
a movistar
so lange man mich nicht davon abhält
werde ich immer wieder die Orte meiner Vergangenheit aufsuchen
also fahre ich in das Parkhaus meiner Erinnerungen
vorbei an der Schranke, ich zahle nicht
Mit Geld, sondern mit meiner Zeit
kreuz und quer von einem Parkdeck zum anderen
vor und zurück in der Zeit die hinter mir liegt
als wäre es nichts, als gäbe es keine Trägheit
kein Gesetz, keine Logik
wie Sperrmüll liegen die Bilder meiner vergangenen Leben in meinem inneren
Ich wühle und finde durchaus das eine oder andere Wertvolle
aber ich finde keinen Faden, schon gar keinen roten
rot ist nur das kleine Ding in mir, dass den Sauerstoff transportiert
ins Hirn, damit es weiter spinnen kann,
den Faden, das Netz, in dem Maschen immer kleiner werden,
aber niemals ganz geschlossen,
und der Tellerrand eine unüberbrückbare Schwelle wird
Die Zukunft ist
Da
Immer Da
Hoffentlich bleibt sie noch einen Moment
Da
Gerade ist es ganz gut auszuhalten
Fokuspuller
werde ich immer wieder die Orte meiner Vergangenheit aufsuchen
also fahre ich in das Parkhaus meiner Erinnerungen
vorbei an der Schranke, ich zahle nicht
Mit Geld, sondern mit meiner Zeit
kreuz und quer von einem Parkdeck zum anderen
vor und zurück in der Zeit die hinter mir liegt
als wäre es nichts, als gäbe es keine Trägheit
kein Gesetz, keine Logik
wie Sperrmüll liegen die Bilder meiner vergangenen Leben in meinem inneren
Ich wühle und finde durchaus das eine oder andere Wertvolle
aber ich finde keinen Faden, schon gar keinen roten
rot ist nur das kleine Ding in mir, dass den Sauerstoff transportiert
ins Hirn, damit es weiter spinnen kann,
den Faden, das Netz, in dem Maschen immer kleiner werden,
aber niemals ganz geschlossen,
und der Tellerrand eine unüberbrückbare Schwelle wird
Die Zukunft ist
Da
Immer Da
Hoffentlich bleibt sie noch einen Moment
Da
Gerade ist es ganz gut auszuhalten
Fokuspuller
2012-05-01
Mäander
Ah! Geil. Jetzt erst mal wichsen schön. Dass es kurz kribbelt und so. Jawoll. Schön alleine. Ohne die ekligen Küsse im Anschluss. Diese feuchtwarmen Küsse, die wie ein Fieber von außen sind. Diese allzu nahen Kommentare, wenn man schon gar nichts mehr wissen will.
Ich bin so geil auf die Wüste. Mein Geschlecht ist so sehr in Kaputtes verliebt. Möchte immer dem Himmel auf den Rücken kommen. Schwere, gallertartige Wolken machen. Alle meine Soldaten verschwenden. Sich in irgendeinem Haufen toten Fleisches versenken und dort: gar nichts befruchten. Wie Phrasen das Gehirn berühren. Wie eine Maschine streicheln. Wie unkonzentrierte, beliebige Bilder, denen man keinen Sinn geben kann.
Lügen, stehlen, alles verachten. Meine Gedanken kreisen um eine vertrocknete Muschi aus Angst und Beklopptheit, die von einem Pferd kontrolliert wird. Von einem glupschäugigen, lilafarbenen Pferd.
Jpg
Ich bin so geil auf die Wüste. Mein Geschlecht ist so sehr in Kaputtes verliebt. Möchte immer dem Himmel auf den Rücken kommen. Schwere, gallertartige Wolken machen. Alle meine Soldaten verschwenden. Sich in irgendeinem Haufen toten Fleisches versenken und dort: gar nichts befruchten. Wie Phrasen das Gehirn berühren. Wie eine Maschine streicheln. Wie unkonzentrierte, beliebige Bilder, denen man keinen Sinn geben kann.
Lügen, stehlen, alles verachten. Meine Gedanken kreisen um eine vertrocknete Muschi aus Angst und Beklopptheit, die von einem Pferd kontrolliert wird. Von einem glupschäugigen, lilafarbenen Pferd.
Jpg
2012-04-26
Mäander
Dieser eine Typ, der lachte. Haha. Der war der Beste. Obwohl, dieser andere, der mir noch was erzählen wollte... der war auch nicht ganz schlecht. Die unzähligen Leute, die Bescheid wussten. Und dann, vor allem, die anderen. Die Blonde, die versehentlich meinen Blick fing (da hatte ich kurz nicht aufgepasst). Die wähnte sich so heiß in ihrem billigen Schlüpfer. Mein einer Lehrer, der so verdammt lange reden konnte. Der bei der entscheidenden Frage dann die Fassung verlor. Ähm, ja. Das… kann ich jetzt so aus dem Kopf… weiß ich auch nicht genau. Alles klar. Und die grauenerregend primitiven Naturwissenschaften. Die Gebrauchsanweisungen. Die Staubsauger. Technik. Die Einsen und Nullen. Vor allem die Nullen. Die Hinterhöfe übrigens auch. Die düsteren Ecken. Der versorgte Müll. Das ist dann wohl das Zuhause. Schön. Ganz ausgezeichnet. In irgendeinem Licht. Bestimmt.
Was gefaselt wird, muss gefaselt werden. Das Blatt ist eben weiß. Und, ganz ehrlich, ihr interessiert mich doch auch nicht.
Puffmütter, Freier, schwules Gesocks. Es stinkt so nach Pommes und Werbung in meinem Gehirn. Ich weiß nicht, was richtig ist. Ich habe das nie gewusst. Schön. Ich habe Lust auf eine Katastrophe.
Nochmals: alle Erklärungen: löschen.
Jpg
Was gefaselt wird, muss gefaselt werden. Das Blatt ist eben weiß. Und, ganz ehrlich, ihr interessiert mich doch auch nicht.
Puffmütter, Freier, schwules Gesocks. Es stinkt so nach Pommes und Werbung in meinem Gehirn. Ich weiß nicht, was richtig ist. Ich habe das nie gewusst. Schön. Ich habe Lust auf eine Katastrophe.
Nochmals: alle Erklärungen: löschen.
Jpg
2012-04-25
Mäander
Was ich an Leidenschaft übrig hatte. Alle meine hohen Gedanken. Die flogen zu dir. Ja. Doch. Soweit weiß ich es noch.
Meine Haut wollte immer zu deiner Haut. So viel steht fest. Und im Gespräch mit den Menschen fehlte mir jedes Mal deine Stimme (ich hab gar nicht zugehört; keine Ahnung, was die eigentlich sagten). In deinem Bett hätte ich fast mein Leben verschlafen. Dein Atem im Nacken: das war’s. Oh, ja… Der Himmel ist ein Haufen Fleisch und Knochen. Wie eine Süßigkeit verpackt. Ein hübscher Mund, dem ein Verliebter tiefe, freundliche Worte zutraut. Der Himmel ist Verständnis und Schönheit vermuten. Glauben, sogar. Obwohl es vielleicht stockdunkel ist. Und vollkommen still.
Meine Fresse, bin ich froh, dass das vorbei ist. Dass der mich nicht mehr reizt. Hier ist meine Haut: kalt, rau, giftig, mein Gott. Hier, in dem Bett, das allein steht. Hier ist das Schweigen, das niemanden rührt. Hier sind meine Gedanken: die kommen ganz ohne dich aus. Schon fast ganz ohne dich kommen die aus. Hier vergehen die Tage nach meinem Geschmack: in Blut, Scheiße und blanker Angst. Ehrlich, heftig, schnell. Ohne die seichten Träume, die aus deinem Kopf in meinen verfielen.
Morgen werde ich ein Kaninchen erschießen. Du wirst dann nicht da sein, um das zu verhindern. Aber über den Mantel, über den wirst du dich doch freuen. Später. Wenn’s kalt ist und die Mode dem mal wieder entspricht. So bist du nämlich. So bist du. So.
Du sollst der Schrottplatz sein für die Bilder, die mir nicht gelingen.
Jpg
Meine Haut wollte immer zu deiner Haut. So viel steht fest. Und im Gespräch mit den Menschen fehlte mir jedes Mal deine Stimme (ich hab gar nicht zugehört; keine Ahnung, was die eigentlich sagten). In deinem Bett hätte ich fast mein Leben verschlafen. Dein Atem im Nacken: das war’s. Oh, ja… Der Himmel ist ein Haufen Fleisch und Knochen. Wie eine Süßigkeit verpackt. Ein hübscher Mund, dem ein Verliebter tiefe, freundliche Worte zutraut. Der Himmel ist Verständnis und Schönheit vermuten. Glauben, sogar. Obwohl es vielleicht stockdunkel ist. Und vollkommen still.
Meine Fresse, bin ich froh, dass das vorbei ist. Dass der mich nicht mehr reizt. Hier ist meine Haut: kalt, rau, giftig, mein Gott. Hier, in dem Bett, das allein steht. Hier ist das Schweigen, das niemanden rührt. Hier sind meine Gedanken: die kommen ganz ohne dich aus. Schon fast ganz ohne dich kommen die aus. Hier vergehen die Tage nach meinem Geschmack: in Blut, Scheiße und blanker Angst. Ehrlich, heftig, schnell. Ohne die seichten Träume, die aus deinem Kopf in meinen verfielen.
Morgen werde ich ein Kaninchen erschießen. Du wirst dann nicht da sein, um das zu verhindern. Aber über den Mantel, über den wirst du dich doch freuen. Später. Wenn’s kalt ist und die Mode dem mal wieder entspricht. So bist du nämlich. So bist du. So.
Du sollst der Schrottplatz sein für die Bilder, die mir nicht gelingen.
Jpg
2012-04-24
Mäander
Mein Arsch wird ein gutes Frühstück sein für die Würmer. Ja. Jetzt hab ich’s gesagt: Würmer. Und Arsch. Das ist wohl beides: nicht sehr en vogue. Ein bisschen sehr vertraulich. Ich weiß. Ja. Danke. Ich bin eine Million Jahre alt. Mein Knabengesicht, die straffe Haut. Zwei Falten, da wo das Lächeln sich bildet. Das ist natürlich ziemlich in Ordnung. Oder jung. Das ist die Zukunft. Oder was weiß ich. Wie auch immer man das nennen soll. Jedenfalls kann ich schon verstehen, wenn die Oppas, die notgeilen Frauen und Kinder behaupten, ich hätte alles noch vor mir. Und es ist mir auch gar nicht daran gelegen, sie zu widerlegen.
Überhaupt, warum ist Altsein neuerdings so unheimlich angesagt? Ist doch ganz gut so: dass man jung ist und noch alles werden kann. Dass noch nichts weiter passiert ist. Wahrscheinlich liegt es an dem Gestank. Wäre das möglich? An der sauren Haut, die sich von innen her auflöst. Daran könnte es schon liegen. Daran, dass es brennt im Gesicht. Dass man so deutlich die Verwesung spürt in seinem schönen, jugendlichen Körper, der immer erst abends erwacht. Die schlechten Säfte. Die Gedanken, die man selbst noch nicht richtig versteht. Die dunkle Ahnung. Dass es schon zwickt, hier und da. Und dass man, doch, so allein damit ist.
Jesus, du alter Trümmerhaufen, gib mir nur deine Art, so glorreich auseinanderzufallen. Den Rest will ich gar nicht. Oder gib mir ruhig alles außer das „Warum hast du mich verlassen?“. Gib mir die ganze Folklore, den lieblichen Schwachsinn, die Hoffnung, die nur für Irrsinnige ist. Vielleicht ein paar Hände. Her damit. Komm. Gib mir nur nicht den Markus. Das ist ein inkonsequentes Scheißstück, das ich nicht leiden kann.
Gib mir heute ein gutes Ende. Lass mich nicht wieder enttäuscht hier. Sag etwas Nettes, küss mich ein bisschen. Dass ich einschlafen kann. Sieh mir mein Gezeter nach. Weil ich heute krank bin. Yeah. Und klein.
Jpg
Überhaupt, warum ist Altsein neuerdings so unheimlich angesagt? Ist doch ganz gut so: dass man jung ist und noch alles werden kann. Dass noch nichts weiter passiert ist. Wahrscheinlich liegt es an dem Gestank. Wäre das möglich? An der sauren Haut, die sich von innen her auflöst. Daran könnte es schon liegen. Daran, dass es brennt im Gesicht. Dass man so deutlich die Verwesung spürt in seinem schönen, jugendlichen Körper, der immer erst abends erwacht. Die schlechten Säfte. Die Gedanken, die man selbst noch nicht richtig versteht. Die dunkle Ahnung. Dass es schon zwickt, hier und da. Und dass man, doch, so allein damit ist.
Jesus, du alter Trümmerhaufen, gib mir nur deine Art, so glorreich auseinanderzufallen. Den Rest will ich gar nicht. Oder gib mir ruhig alles außer das „Warum hast du mich verlassen?“. Gib mir die ganze Folklore, den lieblichen Schwachsinn, die Hoffnung, die nur für Irrsinnige ist. Vielleicht ein paar Hände. Her damit. Komm. Gib mir nur nicht den Markus. Das ist ein inkonsequentes Scheißstück, das ich nicht leiden kann.
Gib mir heute ein gutes Ende. Lass mich nicht wieder enttäuscht hier. Sag etwas Nettes, küss mich ein bisschen. Dass ich einschlafen kann. Sieh mir mein Gezeter nach. Weil ich heute krank bin. Yeah. Und klein.
Jpg
2012-04-21
Mäander
Was lässt sich denn über die Räume sagen… dass sie Wände hatten, vielleicht. Dass da eine Tür war. Ein Fenster womöglich. Dass mal eine Katze durchging. Ein paar Menschen wohl auch.
Aber sieben Tage später wusste ich ja schon nichts mehr davon. Das Licht wollte dann irgendwie nichts mehr zeigen. Die Dinge fielen mir so lose ins Auge. Unklar, ohne Kontur oder Tiefe. Ohne die schöne Gewalt. Sie wollten einfach nicht weiter. Und da drinnen war ja auch wirklich sehr wenig. Wie Selbsterhaltung. Triebe. Das bisschen Gedächtnis. Traurige Reste. Ziemlich weit unten die lasche Glut. Gerade genug für dieses Versprechen: Bald brennt hier die ganze Scheiße schon wieder. Bald spuckst du bestimmt wieder Feuer. Das wird ganz sicher werden. Du musst nur keine Angst haben. Ich werde den Kreislauf erhalten. Hier, nimm einen leichten Gedanken für unterwegs:
Man muss an einen sprachlosen, gewissen Verstand glauben. Die Erklärungen verführen immer zum Falschen. Sie sind immer dagegen. Sie nivellieren den Grund und/oder brechen den Raum runter. Dabei soll es doch ein Geheimnis sein. Das hier. Nicht? Wie das Universum, von dem wir nicht wissen dürfen, wie viele Dimensionen es eigentlich hat. Ein Strich, eine Farbe, eine Verbindung von Zeichen soll doch der Bewegung im Schlaf ähneln: genauso unanfechtbar muss das sein. Vielleicht noch etwas mehr: Wie wenn man sich umdreht, weil man im Rücken Blicke spürte. Obwohl das dann natürlich vollkommen unglaublich für alle anderen ist - dass da wirklich einer geguckt hat.
Wände, vielleicht. Eine Tür. Fenster. Katzen, Menschen. Ich weiß nicht.
Jpg
Aber sieben Tage später wusste ich ja schon nichts mehr davon. Das Licht wollte dann irgendwie nichts mehr zeigen. Die Dinge fielen mir so lose ins Auge. Unklar, ohne Kontur oder Tiefe. Ohne die schöne Gewalt. Sie wollten einfach nicht weiter. Und da drinnen war ja auch wirklich sehr wenig. Wie Selbsterhaltung. Triebe. Das bisschen Gedächtnis. Traurige Reste. Ziemlich weit unten die lasche Glut. Gerade genug für dieses Versprechen: Bald brennt hier die ganze Scheiße schon wieder. Bald spuckst du bestimmt wieder Feuer. Das wird ganz sicher werden. Du musst nur keine Angst haben. Ich werde den Kreislauf erhalten. Hier, nimm einen leichten Gedanken für unterwegs:
Man muss an einen sprachlosen, gewissen Verstand glauben. Die Erklärungen verführen immer zum Falschen. Sie sind immer dagegen. Sie nivellieren den Grund und/oder brechen den Raum runter. Dabei soll es doch ein Geheimnis sein. Das hier. Nicht? Wie das Universum, von dem wir nicht wissen dürfen, wie viele Dimensionen es eigentlich hat. Ein Strich, eine Farbe, eine Verbindung von Zeichen soll doch der Bewegung im Schlaf ähneln: genauso unanfechtbar muss das sein. Vielleicht noch etwas mehr: Wie wenn man sich umdreht, weil man im Rücken Blicke spürte. Obwohl das dann natürlich vollkommen unglaublich für alle anderen ist - dass da wirklich einer geguckt hat.
Wände, vielleicht. Eine Tür. Fenster. Katzen, Menschen. Ich weiß nicht.
Jpg
2012-04-14
Fang mich. Schnell. Fang mich auf.
Du Vogel, ich will dir die Luft verwirren. Ich will den Himmel bewegen: dass er dich fallen lässt. Ich will dich hart landen sehen. Mein Werk soll vernichtend sein. Ich will am aller liebsten eine sehr große Bombe bauen.
In einer Zeit, später, sollst du an mich denken müssen. Und dann soll mein Name klingen wie: Little Boy, Fat Man, Napalm. Wie Auschwitz. Auschwitz. Golgota. Dann soll es wehtun. Es soll dir alles wehtun. Mit Strahlenkrankheit, Gas, Feuer, Kreuz, Rauch und allem.
Wenigstens täuschen dich deine Instinkte nicht. Dass du meine Räume meidest, Feigling – eine Ahnung verrät's dir. Dass ich dein Feind bin. Und um dein Ende bemüht.
In Gedanken, vielleicht, sind wir manchmal schön. Kannst du mir das denn nicht lassen? Ich weiß: dass du hässlich bist und brutal, und dass du keine Sprache hast. Dass du alles verdrehst. Und dass du nicht wählst. Meine guten Seiten will ich von heute an mit dir nicht mehr teilen.
Fordere mich jetzt nicht heraus, Vogel. Mit deinen albernen Manövern. Ich kenne deinen Flug. Ich weiß, wo dein Nest ist. In meinem Schützenverein bin ich neuerdings König. Was mich am Himmel stört, das hole ich runter. Das Gewehr ist nach meinen eigenen Plänen gemacht.
Jpg
In einer Zeit, später, sollst du an mich denken müssen. Und dann soll mein Name klingen wie: Little Boy, Fat Man, Napalm. Wie Auschwitz. Auschwitz. Golgota. Dann soll es wehtun. Es soll dir alles wehtun. Mit Strahlenkrankheit, Gas, Feuer, Kreuz, Rauch und allem.
Wenigstens täuschen dich deine Instinkte nicht. Dass du meine Räume meidest, Feigling – eine Ahnung verrät's dir. Dass ich dein Feind bin. Und um dein Ende bemüht.
In Gedanken, vielleicht, sind wir manchmal schön. Kannst du mir das denn nicht lassen? Ich weiß: dass du hässlich bist und brutal, und dass du keine Sprache hast. Dass du alles verdrehst. Und dass du nicht wählst. Meine guten Seiten will ich von heute an mit dir nicht mehr teilen.
Fordere mich jetzt nicht heraus, Vogel. Mit deinen albernen Manövern. Ich kenne deinen Flug. Ich weiß, wo dein Nest ist. In meinem Schützenverein bin ich neuerdings König. Was mich am Himmel stört, das hole ich runter. Das Gewehr ist nach meinen eigenen Plänen gemacht.
Jpg

